Vom Schnee - Premiere

25. September 2009
Theater am Rand

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Wir hätten nie gedacht, dass unser Ausflug nach Zollbrücke so einmalig werden würde. Wir hatten uns schon sehr auf die Vorstellung gefreut und einfach auch darauf, das Theater und den Ort, von dem Thomas Rühmann immer so schwärmt, mal in Echt zu sehen. Deshalb haben wir auch die ziemlich mühsame Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln über Leipzig, Berlin und Wriezen auf uns genommen. Leider ging auf der Fahrt auch einiges schief, so hatte der erste Zug 45 min Verspätung und in Eberswalde stiegen wir in die falsche Bahn ein und machten so unfreiwillig noch einen Umweg. Trotzdem haben wir in Wriezen, wo wir uns mit Jeanine trafen, den Bus nach Zollbrücke gerade so noch bekommen und kamen schließlich pünktlich in dem kleinen Dörfchen an. Das erste, was man dort sieht, ist das Theater: Es war toll, endlich dort zu sein.

Wir suchten erst einmal den Gasthof, in dem wir übernachten wollten. Der lag zwar am anderen Ende des Ortes, war letztendlich aber trotzdem nur ein paar hundert Meter entfernt. Wir bezogen unser Zimmer und machten uns dann gleich mal auf den Weg zum Theater. Unterwegs entdeckten wir zufällig schon Thomas Rühmann, doch er stand hinter einigen Bäumen an seinem Haus, deshalb wollten wir ihn lieber nicht ansprechen. Wir schauten uns das Theater von außen an und gingen dann wieder zurück zum Gasthof, um zu Abend zu essen. Anschließend wurde es auch schon Zeit, wir wollten pünktlich zum Einlass da sein, um auch gute Plätze zu ergattern. Als wir vor dem Theater ankamen, stand dort sogar schon eine kleine Schlange. Wir fanden schließlich Plätze auf der linken Seite ziemlich in der Mitte, von denen aus wir gut sehen konnten.

Mit geringer Verspätung begann um kurz nach halb 8 endlich das Stück. „Vom Schnee“ von Durs Grünbein handelt von dem Philosophen René Descartes, der im Jahre 1620 bei Ulm im Schnee feststeckt und in einen Rausch von Fieber, Intellekt, Sinnlichkeit und Frechheit gerät.
Dieses Kabinettstück deutscher Dichtkunst wurde von Thomas Rühmann, Tobias Morgenstern, Dana Wolter, Nadja Engel und Robert Grosse szenisch, musikalisch und tänzerisch großartig umgesetzt und es war ein Vergnügen, ihnen zuzuschauen und zuzuhören.

In der Pause entdeckten wir unter den Zuschauern Holger Daemgen, den wir nach einigem Zögern auch ansprachen und um ein Autogramm baten. Er war sehr nett und schien sich über unseren Wunsch sogar zu freuen, auf jeden Fall war er amüsiert über die alten DVD-Cover, auf denen er sogar noch zu sehen ist.

Nach der Vorstellung nahm Jeanine all ihren Mut zusammen und fragte die Dame am Ausgang, ob es möglich sei, ein Autogramm von Thomas Rühmann zu bekommen. Wir hatten Glück, sie versprach uns, ihm bescheid zu sagen und ihn zu uns zu schicken. Aufgeregt warteten wir etwas abseits, während die Künstler mit ihren Freunden und Bekannten mit Sekt auf die Premiere anstießen. Nach einer Weile kam er dann tatsächlich zu uns rüber, wir freuten uns natürlich sehr und baten ihn gleich um Autogramme. Während er schrieb, fragte er, wo wir herkommen. Er war beeindruckt von unserer weiten Anreise („Ja Wahnsinn!“) und wollte wissen, was uns dazu bewog, ins Theater am Rand zu kommen. Unser kleines Gespräch wurde kurz unterbrochen, als sich 2 andere Zuschauer von ihm verabschieden wollten, doch wir warteten so lange und er kam tatsächlich nochmal zu uns, um sich von uns ebenfalls zu verabschieden. Wir nutzten den Moment und merkten an, dass es zum Fotografieren wohl zu dunkel sei, und freuten uns riesig, als er vorschlug, wir sollten am nächsten Tag nochmal für ein Foto vorbeikommen. Wir verabschiedeten uns mit Handschlag von ihm und gingen ziemlich aufgeregt zum Gasthof zurück.
Am nächsten Morgen war die Nervosität nicht weniger geworden, doch wir mussten uns noch bis kurz vor 12 Uhr gedulden. Wir nutzten die Zeit, um ein wenig auf dem Damm spazieren zu gehen und die wunderschöne Landschaft zu genießen. Bei strahlendem Sonnenschein war der scheinbar endlos weite Blick entlang der Oder ganz besonders schön und wir genossen die Ruhe, die dort so auffallend ist, dass man sich kaum traut, laut zu sprechen. Seit heute können wir nachvollziehen, was Thomas Rühmann meint, wenn er von der Gegend dort schwärmt, gerade nach den paar Tagen in der Großstadt war es in Zollbrücke einfach wunderschön.

Gegen halb 12 gingen wir zum Gasthof zurück, um unser Gepäck zu holen, und trafen dort schon auf Thomas Rühmann, der offensichtlich unter anderem für unser Foto hergekommen war. Anfangs waren wir noch sehr nervös, doch kaum waren die Fotos gemacht, war die Aufregung verflogen. Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile mit ihm, er erkundigte sich noch einmal genau nach unseren Reiserouten auf dem Weg nach Hause, wollte wissen, was wir schulisch/beruflich machen und zu guter Letzt sprachen wir auch noch ein bisschen über „In aller Freundschaft“.
Leider kam unser Taxifahrer fast 10 Minuten früher als bestellt und wir mussten uns verabschieden.

Auf der Heimfahrt dann waren wir rundum zufrieden. Wir hatten viel mehr erreicht, als wir je zu hoffen gewagt hätten und waren begeistert, wie herzlich und offen Thomas Rühmann zu uns gewesen war. Er schien sich wirklich gefreut zu haben, dass wir den weiten Weg für ihn auf uns genommen haben, was uns natürlich sehr glücklich machte! Wir waren uns einig: das war für uns zwar der erste, aber sicherlich nicht der letzte Besuch im Theater am Rand!


© Kathrin und Vanessa, 2009