Theaterwochenende 2018

Freitag, 17.08.2018 - Mitten in Amerika
Samstag, 18.08.2018 - Mitten in Amerika
Sonntag, 19.08.2018 - Später Spagat

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Von Oberbruch ins Oderbruch - 11 Stunden, 700 km

Obwohl wir in den vergangenen Jahren schon mehrere Male ins Oderbruch gereist sind, startete Vanessa diese Reise zum ersten Mal aus ihrem neuen Heimatort Oberbruch. Vielleicht musstet ihr das jetzt zwei Mal lesen, aber es ist richtig: Oberbruch. Dieser lustige Zufall brachte uns auf die Idee, Start- und Zielpunkt der Reise einmal miteinander zu vergleichen. Orthografisch gesehen trennt Oberbruch und das Oderbruch nur ein Buchstabe, geografisch liegen jedoch 700 km dazwischen.
Landschaftlich lässt sich tatsächlich die ein oder andere Parallele finden:
Große Erhebungen sucht man vergebens, Wiesen und Felder dominieren die Umgebung.
Auf der einen Seite Deutschlands bahnt sich die Wurm ihren Weg, auf der anderen Seite fließt die Oder. Die eine Ecke grenzt an die Niederlande, die andere Ecke an Polen…

Den größten Unterschied macht natürlich das „Theater am Rand“, darum treten wir immer wieder gerne die Reise nach Zollbrücke im Oderbruch an. Diesen Sommer war es nun endlich wieder soweit. Ungefähr zur gleichen Zeit machten wir uns morgens in aller Frühe auf den Weg  - Vanessa ganz im Westen, Kathrin ganz im Süden -  und trafen uns schließlich in der Mitte Deutschlands, von wo aus wir die Bahnfahrt gemeinsam fortsetzten. Die Anreise nach Zollbrücke mit öffentlichen  Verkehrsmitteln ist eine Herausforderung, deshalb entschieden wir uns diesmal für einen Mietwagen ab Berlin. Doch freitagnachmittags durch den Großstadtdschungel zu fahren entpuppte sich auch als ein kleines Abenteuer! Irgendwie schafften wir es zum Glück aus der Hauptstadt hinaus und genossen umso mehr die ruhige Fahrt durch die schöne brandenburgische Landschaft.
Entlang der schnurgeraden Straße, die direkt nach Zollbrücke führt, sieht man schon von weitem die immer größer werdende Kuppel des Theaters. Die neu angebrachten Banner zum 20-jährigen Jubiläum begrüßen die Besucher bereits am Ortseingang.
Noch bevor wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft machten, zog es uns an den Eingang des Theaters: endlich angekommen! Wir stellten direkt fest: auch hier ist die Zeit nicht stehen geblieben und seit unserem letzten Besuch vor knapp 2,5 Jahren hat sich vor allem um das Theater herum vieles verändert. Vom Eingang weisen die neu verlegten Pflastersteine den Weg ins  Theater, Laternen und Lichterketten verleihen im Dunkeln Gemütlichkeit. Eine weitere Besonderheit ist die abends rot leuchtende Theaterkuppel. Die 2015 eröffnete Randwirtschaft auf dem Theatergelände lädt zum Verweilen ein.

Unsere Vorfreude auf das bevorstehende Theaterwochenende stieg noch einmal an. Freitag und Samstag stand „Mitten in Amerika“ auf dem Spielplan, sonntags folgte die Lesung „Später Spagat“.


Mitten in Amerika

Am ersten Abend sicherten wir uns einen Platz mittig der rechten Tribüne. Von dort hatten wir nicht nur einen guten Blick auf die Bühne, sondern konnten auch die angrenzende Wiese überblicken.
Kathleen Gaube, Jens-Uwe Bogadtke, Thomas Rühmann und Tobias Morgenstern nahmen uns an diesem Abend mit nach Amerika, genauer gesagt in die schmalen Panhandles („Pfannenstiele“) von Texas und Oklahoma, ein schier unendliches, flaches Weideland. Alle Geschichten, die die Schauspieler erzählten, stammen aus dem gleichnamigen Roman „Mitten in Amerika“ von Annie Proulx. Die Autorin stellt darin auf humorvolle und zugleich ernste Art und Weise die skurrilsten Persönlichkeiten und deren Lebensgeschichten vor und zeichnet damit ein detailliertes Bild des Lebens auf den verlassenen Landstrichen Amerikas.
Blickt man im offenen Theater am Rand über die Bühne hinweg auf das weite Feld, kann man sich gut vorstellen, wie es in den Panhandles von Texas und Oklahoma auszusehen vermag.

Tagsüber war es in Zollbrücke, wie vermutlich auch am Originalschauplatz des Stückes, drückend heiß gewesen, abends wehte ein angenehmer Wind durch das vorne und an beiden Seiten geöffnete Theater. Das Rascheln der Blätter des großen Baumes direkt hinter der Bühne unterstrich die ruhigen Klänge, zu denen die vier Akteure langsam,  weit über das Feld schreitend von hinten in Richtung Bühne kamen. Bevor sie diese betraten, verweilten sie einen Augenblick auf einem großen Holzstamm. Die Blicke der Darsteller und Zuschauer ruhten gegenseitig aufeinander, nur die Geräusche der Natur und die leisen Klänge waren hörbar. Ein eindrucksvoller und außergewöhnlicher Beginn des Stückes.
Insgesamt war „Mitten in Amerika“ eine Mischung aus ernsten und heiteren Momenten.
Besonders begeistert hat uns die von Jens-Uwe Bogadtke äußerst anschaulich dargebotene Geschichte des uralten Cowboys Rope Butt, der sich seine Zeit mit Poesie und Dichtkunst vertreibt.  Er präsentiert stolz die höchst poetischen ersten zwei Textzeilen seines Gedichts: „Ein alter Cowboy hat es nicht leicht. Sein Kumpel ist lange schon abgehaut“, auf die ihm schließlich kein anderer Reim als das völlig glanzlose Wort „Sauerkraut“ einfällt. Das vollendete Gedicht wurde schließlich von den Schauspielern mit Jens-Uwe Bogadtke als Sänger und Kathleen Gaube und Thomas Rühmann als „Background-Chor“ (mit kleiner, sehr unterhaltsamer Choreografie!) musikalisch dargeboten.

Ebenso unterhaltsam und spannend zu verfolgen war die sich zwischen Habakuk van Melkebeek und Ace Crouch entwickelnde Freundschaft.
Habakuk, ein Holländer, taucht eines Tages auf der Suche nach Arbeit auf der Cutaway Ranch auf und ist von nun an für die Windräder
zuständig. Ace wird ihm an die Seite gestellt, die beiden arbeiten Hand in Hand und Habakuk lehrt ihn, Windräder richtig aufzustellen.
Nach mehreren Jahren der erfolgreichen Zusammenarbeit möchte sich Habakuk einen lang ersehnten Traum erfüllen. Er hat genügend Ersparnisse, um sich selbständig zu machen und gründet gemeinsam mit Ace die Firma „Melkebeek & Crouch“, spezialisiert auf Windräder und Brunnen.
Wie das Geschäft zwischen den Freunden und der Ölfirma „Condor Awl“ anläuft und wie es sich zuträgt, dass Habakuk eines Tages schmerzlich den entscheidenden Unterschied zwischen Brüchen und Prozenten erlernen muss, möchten wir hier nicht vorwegnehmen. Um das herauszufinden, solltet ihr unbedingt eine Vorstellung von „Mitten in Amerika“ besuchen!  

Sehr beeindruckend und auf eine Art und Weise auch bedrückend war Kathleen Gaubes leidenschaftlicher Monolog in der Rolle des Ace Crouch. Dieser ist entsetzt und angewidert, in welch unwürdigen Verhältnissen die Tiere in den Schweinemastbetrieben nur so vor sich hin vegetieren müssen. Mit ihrer durchdringenden und sich immer mehr steigernden Stimme ließ Gaube das Theater förmlich erzittern. Die Zuschauer hingen gebannt an ihren Lippen und uns lief ein Schauer über den Rücken.

Thomas Rühmann schlüpfte unter anderem in die Rolle des jungen Bob Dollar. Dessen Eltern hatten den achtjährigen Jungen auf ihrem Weg nach Alaska bei seinem Onkel zurückgelassen, wo er zwar in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs, doch sein Onkel ihm wichtige gesellschaftliche Werte und Normen vermittelte.
Als junger Mann findet Bob eine neue Herausforderung bei dem internationalen Schweinemastbetrieb „Global Pork Rind“. Für diese Firma soll er nun neue Standorte in Oklahoma und Texas akquirieren, immer unter der Prämisse der Diskretion, wie ihm sein Chef deutlich klarmacht. Zu guter Letzt gibt ihm sein Einsatzleiter Ribeye Cluk
e noch einen weisen Ratschlag mit auf den Weg, den man im Alltag vielleicht auch ab und zu beherzigen kann: „Das, worauf es ankommt, ist, dass wir das, was wir tun, auch tun!“

Alle drei Schauspieler wechselten im Laufe des Stückes mehrmals ihre Rollen und zeigten dadurch, wie wandelbar und facettenreich sie spielen können. Die Musik von Tobias Morgenstern fügte sich mit der Handlung und der Natur ums Theater herum zu einer Einheit zusammen, die den Inhalt des Stückes wunderbar unterstrich. Zum Schluss zeigten noch einmal alle vier ihr musikalisches Können mit dem Lied „Wehe, großer Wind“ von Hans-Eckard Wenzel.

Wehe großer Wind!
Komm und reiß mir die Wand ein!
Wehe großer Wind!
Schmeiß mein Haus mit Deiner Hand ein!
Blas fort die Geister und Dämonen der Nächte,
Feg die Sorgen aus dem Kopf mit, all das Schlechte.
Komm Wind, komm!
Feg diesen Platz rein!

 Ein Lied, das wir an diesem Abend noch lange im Ohr hatten.

Ausflug nach Groß Neuendorf

Den Samstag starteten wir mit einem ausgiebigen Frühstück in  dem wunderschönen Garten unserer Ferienwohnung.

Anschließend erkundeten wir ein weiteres Fleckchen des Oderbruchs und so führte uns unser Weg nach Groß Neuendorf, das früher ein bedeutendes Fischerdorf mit Landwirtschaft und einer großen Pferdezucht gewesen war.  Vom Neuendorfer Hafen aus wurde das Getreide aus dem Oderbruch bis nach Stettin oder sogar Breslau und Berlin verschifft.
Von der ehemaligen Hafenanlage aus spazierten wir ein Stück den Oder-Neiße-Radweg entlang. Auch hier genossen wir die für das Oderbruch typische Ruhe sowie die idyllische Landschaft.
Bevor wir die Rückfahrt nach Zollbrücke antraten, kehrten wir im Turmcafé im ehemaligen Verladeturm ein, der noch vom früheren Hafen erhalten ist und heute das Café und eine luxuriöse Ferienwohnung beheimatet. Der
Turm wird das „Wahrzeichen des Oderbruchs“ genannt und man kann von dort eine wunderbare Aussicht über die Oder bestaunen. Zudem können wir den Kuchen dort wärmstens empfehlen! :-) 

Mitten in Amerika: Zweimal das gleiche Stück – oder?

Vor der Vorstellung am Samstagabend hatten wir nun die Gelegenheit, Thomas Rühmann die von Euch eingesandten Fragen zu all den anstehenden Jubiläen zu stellen. Wir setzten uns etwas abseits des Theater-Trubels zusammen und aus den Fragen heraus entwickelte sich ein sehr interessantes und angenehmes Gespräch über „In aller Freundschaft“, das „Theater am Rand“ und sogar über die „Heilmann-Fanpage“. Über die lustige Anekdote, die Thomas Rühmann als Antwort auf die letzte Frage erzählte, mussten wir herzlich lachen und bemühen uns seither umso mehr, die Termine immer aktuell zu halten! ;-) Wir sind froh und dankbar, dass Thomas Rühmann sich immer wieder Zeit für kleine Aktionen unserer Seite nimmt und hoffen, dass Ihr ebenso viel Spaß beim Lesen der Antworten (hier) haben werdet, wie wir beim Stellen der Fragen hatten!

Zum Abschluss unseres Treffens ist dieses schöne Erinnerungsfoto entstanden:

Anschließend genossen wir in gemütlicher Atmosphäre mit einem traumhaften Blick über die Felder  unser Abendessen in der „Randwirtschaft“ und verbrachten so die Zeit bis zum Beginn der für uns zweiten Vorstellung von „Mitten in Amerika“.
Da wir das Stück bereits Freitag gesehen hatten, waren wir der Meinung, zu wissen, was uns erwartet. Doch wir wurden eines Besseren belehrt. Im Vergleich zum Vorabend besuchten mehr Zuschauer die Vorstellung. Wir waren Teil eines sehr aufmerksamen Publikums, welches sich voll und ganz auf die Inszenierung einließ und sich von der Spielfreude der Schauspieler anstecken ließ.
Dies wiederum wirkte sich, so unser Eindruck, auch auf die Schauspieler aus und so war es ein Geben und Nehmen, von dem sowohl das Publikum als auch die Schauspieler profitierten.
Der Theaterabend verging wie im Fluge und obwohl wir zweimal das gleiche Stück gesehen hatten, waren es doch komplett verschiedene Vorstellungen – auch das ist unserer Meinung nach eine Besonderheit des „Theater am Rand“. Keine Aufführung ist wie die andere, immer wieder sind neue Nuancen erkennbar. Durch den insgesamt recht kleinen Theaterraum und die unmittelbare Nähe zwischen Bühne und den ersten Zuschauerreihen ist man im „Theater am Rand“ - diesmal konträr zum Namen -  mittendrin und nicht nur am Rande dabei. Für uns war es eine ganz neue Erfahrung, zwei Aufführungen eines Stückes direkt miteinander vergleichen zu können und wir waren verblüfft, wie Publikum und Darsteller sich gegenseitig beeinflussen.

Nachdem wir das Theater an diesem Abend verlassen hatten – es war ein milder, wolkenfreier Abend – fiel uns der prächtige Sternenhimmel auf. Wir schlenderten in Richtung Deich und wagten uns bis an den Fluss. Um uns herum war es stockdunkel, wir lauschten den sanften Bewegungen des Wassers, suchten nach Sternbildern und konnten ganz deutlich die Milchstraße erkennen. Ein toller Ausklang eines schönen Abends!

Später Spagat

Sonntagvormittag stand nun die dritte Vorstellung  - eine von Holger Daemgen und Thomas Rühmann präsentierte Lesung – auf dem Programm: „Später Spagat“ von Robert Gernhardt.
Gernhardt, der sich als u. a. als Schriftsteller, Dichter und Cartoonist einen Namen machte, wurde von Thomas Rühmann als „Großmeister des deutschen Humors“ beschrieben. Er wurde sowohl mit dem Heinrich-Heine-Preis, als auch mit dem Wilhelm-Busch-Preis ausgezeichnet und textete für Otto Waalkes. Sein letztes Werk, welches kurz nach seinem Tod im Jahre 2006 veröffentlicht wurde, inszenieren Daemgen und Rühmann nun schon seit einigen Jahren.

Auch während seiner Krebserkrankung hat Gernhardt seinen besonderen Humor nicht verloren. Diese Sammlung an Gedichten begleitete seinen Weg der Krankheit bis hin zum Tode  - ein „Später Spagat“.

Ach, noch in der letzten Stunde
werde ich verbindlich sein.
Klopft der Tod an meine Türe,
rufe ich geschwind: Herein!

Woran soll es gehn? Ans Sterben?
Hab ich zwar noch nie gemacht,
doch wir werd’n das Kind schon schaukeln —
na, das wäre ja gelacht!

Interessant, so eine Sanduhr!
Ja, die halt ich gern mal fest.
Ach – und das ist Ihre Sense?
Und die gibt mir dann den Rest?

Wohin soll ich mich jetzt wenden?
Links? Von Ihnen aus gesehn?
Ach, von mir aus! Bis zur Grube?
Und wie soll es weitergehn?

Ja, die Uhr ist abgelaufen.
Wollen Sie die jetzt zurück?
Gibts die irgendwo zu kaufen?
Ein so ausgefall’nes Stück

Findet man nicht alle Tage,
womit ich nur sagen will
— ach! Ich soll hier nichts mehr sagen?
Geht in Ordnung! Bin schon –

Mit diesem Gedicht über den Tod begann die Lesung eher nachdenklich und immer wieder wurden ernstere Verse eingestreut. Die teilweise trüben oder sogar makaberen Schilderungen über den Tod und die eigene Krankengeschichte glich Gernhardt selbst durch urkomische Wortakrobatik wieder aus. Von ICHstedt über DUderstadt, ERfurt, SIEgen und IHRingen wurden unsere Lachmuskeln aufgewärmt, es folgten sprachliche Kunststücke wie „Annas Gans“, „Gittis Hirsch“ und „Gudruns Luchs“, die nach dem Vorbild von Ernst Jandls „Ottos Mops“ entstanden waren, sowie die fast schon philosophisch angehauchten Abhandlungen über den menschlichen Körper und Missverständnisse zwischen Liebenden. Eine Pointe jagte die nächste und der erste Teil der Lesung endete schließlich mit einer sehr ausschweifenden, etwas skurrilen und mitunter verwirrenden Geschichte, in der gleich mehrere Erwachsene einen kleinen Jungen aufzuklären versuchen. So recht wissen die Männer nicht mit dieser Situation umzugehen, reden sich um Kopf und Kragen und stiften somit mehr Verwirrung, als tatsächliche Aufklärung. Thomas Rühmann und Holger Daemgen schlüpften von einer Rolle in die nächste und verstanden es, jeder Einzelnen davon eine individuelle Persönlichkeit zu verleihen.

Im Zentrum des zweiten Teils der Vorstellung stand die Reise eines schwäbischen Ehepaars nach Italien. Gerhard und Marie erleben dort so manche Abenteuer, die von sprachlichen Barrieren und Übersetzungsfallen durchzogen sind. Sie versuchen, sich mit Händen, Füßen und einigen Brocken deutsch-italienisch zu verständigen, was ihnen mal besser, mal schlechter gelingen mag und bei der Beschreibung einer „Haarnadelcurva“ beinahe ausartet. In einwandfreiem Schwäbisch berichtete Holger Daemgen von der Reise vom Schwarzwald über Trient und Florenz und man fühlte sich, als wäre man dabei gewesen.

Wieder einmal war es eine große Freude, Thomas Rühmann und Holger Daemgen gemeinsam auf der Bühne zu erleben. Beide Schauspieler verstehen es hervorragend, diverse Rollen authentisch und abwechslungsreich zu verkörpern. Das Zusammenspiel der beiden ist perfekt aufeinander abgestimmt, ein blindes Verständnis, welches sich über die jahrelange Zusammenarbeit und Freundschaft eingestellt hat. Nicht nur die Dialoge bringen die Zuschauer zum Lachen, auch die Gestik und Mimik der Darsteller trägt maßgeblich dazu bei. Mit Hilfe von Dialekten und verschiedenen Stimmfarben, die beide einwandfrei beherrschen, könnte man als Zuschauer beinahe vergessen, dass die Lesung lediglich von zwei Akteuren präsentiert wurde.

Ausklang

Mittags nutzten wir das sommerliche Wetter, packten die Picknickdecke ein und suchten uns ein schattiges Plätzchen am Oderstrand. Anschließend entschieden wir uns für einen ausgedehnten Spaziergang entlang des Deichs und der Wiesen. Wie bereits am Vortag genossen wir die unberührte Natur und die Ruhe des Oderbruchs bei strahlendem Sommerwetter.

Somit brach leider viel zu schnell unser letzter Abend in Zollbrücke an. Diesen verbrachten wir mit gutem Wein, leckerem Bier und lustigen Gesprächen im Garten. Wir ließen das Theaterwochenende nochmals Revue passieren und waren uns schnell einig, dass wir auf jeden Fall bald wiederkommen werden!

 

           © Kathrin und Vanessa, 2018