Interview Oktober 2013

In diesem Jahr feiern das ‚Theater am Rand’ und die Fernsehserie ‚In aller Freundschaft’ 15-jähriges Jubiläum. Unsere Homepage besteht nun seit fünf Jahren. Aus diesem Anlass hatten wir die Möglichkeit, Thomas Rühmann einige Fragen zu stellen.

Das Theater am Rand hat sich in den letzten 15 Jahren stetig weiterentwickelt und immer wieder verändert. Das aktuellste Projekt ist die neue Bühnenkuppel.
Welchen Nutzen hat sie für das Theater?

Die Bühnenkuppel vereint Zweierlei. Sie schafft neue technische Möglichkeiten. Die Beleuchtung kann zum Beispiel verbessert werden und es führt ein Gang oberhalb der Bühne entlang. Es ist eine Art Bühnenhaus geschaffen worden. Zugleich ist sie an das ökologische Prinzip des Theaters angelehnt. Im Winter ist es hier sehr kalt, es dauert lange, das Theater zu erwärmen. Durch den Solarturm soll erreicht werden, dass eine Art Grundtemperatur gehalten werden kann. Würden wir hier konstant über Null Grad bleiben, wäre dies schon ein toller Effekt.
Das Sonnenlicht strahlt auf die Kollektoren, die Wärme wird über Ventilatoren durch ein Rohr unter die Bühne transportiert, wo die Luft dann zirkuliert. Im Sommer erreicht man mit diesem Prinzip eine Kühlung, die Wärme wird praktisch aus dem Theater abgezogen. Es ist ein ganz einfaches, uraltes Prinzip, wie bei den alten Römern.

Schon seit einiger Zeit ist eine Herberge für Übernachtungsgäste in Planung. Wie weit ist dieses Projekt?

Der Entwurf ist praktisch fertig. Wir suchen mit Geduld und langem Atem einen Interessenten oder mehrere, die so ein Projekt bauen würden, also Investoren. Und damit die davon erfahren, wird es einen Botschafter geben, der für uns und die Herberge unterwegs ist. Das Ganze ist ein großartiger Wurf, gewissermaßen die erste energieautarke Herberge dieses Landes. Und es soll auch Treffpunkt sein für engagierte Leute, die sich um Naturschutz, Landschaft und Regionalentwicklung kümmern.

Am 5. Oktober fand die Premiere von „Der alte König in seinem Exil“ statt. Drei Mal hintereinander wurde das Stück an diesem Wochenende gespielt. Kann man es jetzt schon abschätzen, wie sich das Stück entwickeln wird, wie es beim Publikum ankommt?

Es wird seinen Weg finden. Die Leute in den ersten Vorstellungen waren erstaunlich offen dem Thema Demenz gegenüber. Es wurde viel gelacht, auch ein bisschen geweint. Das hängt mit dem einzigartigen Buch von Arno Geiger zusammen. Er beobachtet die Demenz seines Vaters mit viel Humor, mit Sensibilität, mit Dankbarkeit. Die Beschäftigung mit der Krankheit hat auch sein Verhältnis zum Vater inniger gemacht. Alle Beteiligten machen Veränderungen durch. Es ist ein Buch das ermutigt und die Angst vorm Sterben nimmt.

Haben Sie schon ein neues Stück in Planung?

Ich arbeite an einem Stück, aber darüber kann ich noch nicht viel sagen. Es wird eine Art Abenteuererzählabend mit doppeltem Boden.

Abschließend möchten wir noch auf „In aller Freundschaft“ zu sprechen kommen. Fällt Ihnen spontan eine Lieblingsgeschichte ein, die Sie in den 15 Jahren unheimlich gerne gespielt haben?

Die Wiederkehr des Achim Kreutzer war für mich eine Sternstunde. (Anmerkung: Die Folge wird Anfang nächsten Jahres ausgestrahlt). Wobei Holger Daemgen und ich uns nie aus den Augen verloren haben, sondern immer miteinander gearbeitet haben. Holger ist ein richtig guter Schauspieler. Zwischen uns geht das wie von alleine. Wir suchen auch schon wieder - nach den «Fiesen Fabeln« im Theater am Rand - eine neue Geschichte.

In den letzten Jahren ist bei der Familie Heilmann schon ziemlich viel passiert. Gibt es etwas, was Sie in Ihrer Rolle als Roland gerne noch erleben würden?

So denke ich nicht und ich kann mir in meiner Arbeit als Schauspieler ja auch schwer was ausdenken, dafür sind andere zuständig. Aber… Eine völlige Vereinzelung, so ein richtiger Lebenscrash - und als wer auch immer wieder auftauchen, das wäre spannend.

Vielen Dank!

© Heilmann-Fanpage, Oktober 2013